Lustspielhaus
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Wortfront - Sandra Kreisler & Roger Stein

Freilandtour

Sandra Kreisler – Stimme, Künstlerische Leitung
Roger Stein – Autor, Komponist, Klavier, Stimme
Kinneret Sieradzki – Geige
Paolo Eleodori – Schlagzeug
Ulrich Maiss – Cello, Basscello
In unseren hektischen Alltag, in dem das eigentliche Leben oft zur Nebensache kategorisiert wird, bringt Wortfront Lieder, die helle Punkte im Meer aus Regen und Nacht sind. Liebevoll und schonungslos zugleich umhüllt Musik die Texte: Da reißt ein raues Schlagzeug wütend das Tempo an sich, dort geht ein dumpfer Basslauf direkt unter die Haut – und über allem schwingt stets die Magie der Streicher, die mal mit süßem Schmelz, mal mit kratziger Attitüde die Arrangements nach vorne treiben. Lieder von Wortfront sind nicht nur Lieder. Sie sind Momentaufnahme, Milieustudie und Mahnung in einem. Es geht sarkastisch zur Sache und oft verfinstert sich ein Song zur ätzenden Satire, doch es macht stets ein hübsches Geräusch, wenn bei Wortfront Tabus brechen – weil neben allem skurrilen und bitterbösen Humor immer genug Platz für zärtliche Botschaften bleibt, die direkt ins Herz treffen.
Das Programm zur neuen Show überrascht durch Vielseitigkeit: Da schmiegt sich ein vorlauter Popsong an ein Lied mit fröhlicher Tango-Noblesse, da folgt eine handgemachte Rocknummer auf einen Song mit chanson-esker Attitüde, da brennt sich ein gerappter Sommerhit direkt in die Gehörgänge, da weckt eine zärtliche Ballade mit schwermütigem Text tiefe Sehnsüchte. Die Texte sind wie gewohnt bissig, grandios gereimt, witzig und bei alledem immer leicht von der typischen Wiener Melancholie umweht.
Die fünf Musiker stellen mit diesem Programm Songs vor, die es in dieser Kraft, in dieser Virtuosität kein zweites Mal gibt. Ulrich Maiss bedient das Cello ebenso klassisch perfekt, wie sein seltenes Basscello mit seinem Sound jede Bassgitarre in den Schmollwinkel vertreiben kann. Paolo Eleodori, in Jazzkreisen bestens bekannt, zeigt schlagzeugerische Vielseitigkeit von HipHop über eingängigste Pop- und Rockrhythmen bis hin zu perkussiven Sonderleistungen, und die junge Kinneret Sieradzki überzeugt mit tiefen, satten und treffgenauen Geigenklängen auf dem Niveau höchster Philharmonie. Natürlich agiert Frontfrau Sandra Kreisler wie stets mit einer Präsenz und Überzeugungskraft, die ihresgleichen sucht, und man versteht, warum sie ihr umjubeltes Soloprogramm leichten Herzens für diese Formation aufgibt. Aber all dieses weit gefächerte Können wäre nur halb so beglückend, wären da nicht die genialen Songs von Roger Stein. Der Schweizer mit Wiener Charme schreibt Texte, die man getrost mit jenen von Rio Reiser, Konstantin Wecker oder gar Georg Kreisler vergleichen kann – dazu aber paaren sich mit seiner Jugend, seinem Witz und seinem Charme auch eine Begabung, Musik zu schreiben, die fest im Heute steht, und die mit Ohrwurmqualität zugleich Jung und Alt begeistern kann. Wenn man nach einer Show von Wortfront das Theater verlässt, hat man sich ein Stück eigenes Leben zurück erobert.

„Ein akustisches Feuerwerk von exzellenten Wort- und Klangkünstlern, die immer wieder mit mal poetischem mal schnoddrigem Sprachwitz verblüffen, ergänzt durch furiose Klangcollagen und meisterliche Musiker“ Pforzheimer Zeitung

„Überragendes musikalisches Können“ Schwäbische Zeitung

„hinreissend und geradezu ausserirdisch gut“ Österreich

„Zum Dahinschmelzen“ Heilbronner Stimme

„Ein wunderbarer Abend, weil er bot, was selten geworden ist: Pralles Leben, Lust, Leidenschaft und Ehrlichkeit“ Goslaer Zeitung