Lustspielhaus
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Rotkäppchen

Ein Musikmärchen von Floh de Cologne

Eine Lustspielhaus-Produktion für die ganze Familie

Künstlerische Gesamtleitung: Dick Städtler (Ex-Floh de Cologne)
Warum mag der Wolf plötzlich keine Hasen oder Zicklein mehr? Warum will er plötzlich ausgerechnet jenes freche Mädchen und ihre Oma verschlingen? Können der Hase Weißohr, Gevatter Bär und Frau Schlange die Pläne des schlauen Fuchses durchkreuzen? Wieso will der Jägersmann nicht ins Geschehen eingreifen? Und wieso spielt ein ominöser Vorhang nicht mehr mit? Fragen über Fragen, Spannung über Spannung! Wie ist es aber möglich, dass es doch mit happy end ausgeht?
Als Floh de Cologne vor über dreißig Jahren eine Schallplatte mit dem Musikmärchen ROTKÄPPCHEN veröffentlichte, hat niemand ahnen können, dass sich diese Produktion (Sprecher/Sänger u.a. Hüsch, Wader, Degenhardt) als Kult-Kinderstück auf Deutschlands Bühnen entpuppen würde. Nun gibt es die Münchner Uraufführung im Lustspielhaus als Eigenproduktion für die ganze Familie (von 3 bis 103 Jahren).
Ein Ensemble von sechs SchauspielerInnen, die singen und tanzen, sowie drei Musikern, die ins Bühnengeschehen eingreifen, erzählt die ewigjunge Geschichte vom ROTKÄPPCHEN in der Regie von Dick Städtler (Ex-Floh), der in Zusammenarbeit mit dem Schwabinger Schriftsteller Michael Sailer dem Urtext einen moderneren Schliff verpasst hat. Michael Armann zeichnet verantwortlich für die neuen Arrangements der Lieder und der Bühnenmusik, die er persönlich zusammen mit dem Gitarristen Uli Graner und dem Schlagwerker und Geräuschemacher Martin Cambeis live präsentieren wird.

Großmutter rockt
„Rotkäppchen“ als munteres Musical im Lustspielhaus
Die Geschichte ist an und für sich gut bekannt: Böser Wolf verstellt sich, frisst Rotkäppchen und Großmutter auf und wird vom Jäger bestraft. Die Kölner Polit-Rock-Combo Floh de Cologne hat daraus vor gut 30 Jahren ein Musical für Kinder gemacht, in dem die Verhältnisse ein wenig anders sind: gesellschaftlich relevanter und ein bisschen politischer eben, so richtig im Stil der 70er Jahre. Weil diese Fassung nicht mehr ganz zeitgemäß ist, hat der Gitarrist und Sänger von Floh de Cologne, Dick Städler, zusammen mit dem Münchner Schriftsteller Michael Sailer eine neue Version für das Lustspielhaus erstellt, das ja schon seit einiger Zeit recht erfolgreich Eigenproduktionen von Musical für Kinder auf die Bühne bringt.
„Rotkäppchen“ passt durchaus in diese Reihe. Eine munter-trashige Geschichte ist aus dem Märchen geworden, in dem die Großmutter (Ursula-Maria Rehm) Breakdance tanzt und ausgerechnet fünf Hasen eine tragende Rolle spielen: Sie müssen nämlich den Jägersmann zum Jagen tragen, weil der nur die Kleinen fängt „ und die Großen laufen lässt“. Aber Rotkäppchen (Josepha Sophia Sem als flippiges Girlie) hat die Hasen, sehr zum Missvergnügen des Wolfes, in ihrer Tapferkeitsschule trainiert, und so wird am Ende alles gut. Auch der gerissene Fuchs, der als Strippenzieher durchs Stück geistert, fällt am Ende auf die Schnautze.
Zusätzlich Farbe ins Spiel bringen ein sprechender Vorhang, der sich meist weigert aufzugehen, und eine dreiköpfige Band, die immer wieder ins Geschehen eingreift. Denn Percussionist Martin Cambeis ist als Chico Marx- Double zusammen mit Clown Sepp ( Robert Lansing) auch für die Rahmenhandlung zuständig, während Keyboarder Michael Armann das musikalische Arrangement besorgt und Gitarrist Uli Graner alles mit recht virtuosen Soli untermalt. Bei der Premiere war die Band die tragende Säule, während es auf der Bühne bisweilen noch ein wenig hakte. Aber das wird schon noch. Die Kinder im Publikum waren jedenfalls gut dabei und steuerten durch Zwischenrufe manche Anregung bei, die das Improvisationstalent der Schauspieler strapazierte. Aber das passt ja auch zum Schlusslied des Musicals mit dem Refrain:“ Manchmal tut es einfach gut, wenn man was zusammen tut!“ - (SZ, Franz Kotteder - 17.03.08)

Oma kann Breakdance
Musical für die ganze Familie: “Rotkäppchen“ im Lustspielhaus

Dass Kinder mitreden, damit muss man rechnen: nachdem der Wolf Großmutter und Rotkäppchen gefressen hat, erklärt der Clown-Conférencier, nun sei leider das Spiel aus. Bei der Premiere protestierte eine kleine Zuschauerin eifrig. Ganz so, wie sie das kannte, geht es freilich in dem Kinder-Musical nicht weiter – aber natürlich gut aus.
Vor über 30 Jahren hat die Politrock-Gruppe Floh de Cologne aus dem Märchen ein Kinder-Musical mit kritischem Solidaritäts-Appell gemacht, dessen CD-Einspielungen mit bekannten Liedermachern Kult wurde. Dick Städler, damals Gitarrist und Sänger bei Floh de Cologne, hat nun mit Michael Sailer „Rotkäppchen“ überarbeitet und als frechen Spaß für Kinder ab 3 und die ganze Familie im Lustspielhaus inszeniert, das damit seine Musical-Produktionen für Kinder fortsetzt. Die Schnecken-Post bringt ein Haus zum Selber-Bauen in den Wald (Bühne: Judith Köninger-Serati), und ein Hase zählt an den Sonnenblumenblättern ab: Er frisst sie, er frisst sie nicht. Denn der Wolf (Martin Mantel) ist hinter Rotkäppchen (Josepha Sophia Sem) her, weil das aufmüpfige Gör eine Tapferkeitsschule für die Hasen gegründet hat, die jetzt dank Kampfsport-Training für ihn keine leichte Beute mehr sind. Aber erstmal müssen zwei Erzähler den widerspenstigen sprechenden Vorhang überreden, dass er aufgeht. Percussionist Martin Cambeis radebrecht mit Chico-Marx-Löckchen deutsch-italienisch, Robert Lansing spielt als tollpatschiger Sepp den Clown-Partner. Der Fuchs ( Lansing) lockt Bär (Martin Mantel) und Schlange (Michaela Stögbauer) in ein Falle, der Hase (Georg Schiessl) übt sich in Klitschko-Posen. Rotkäppchens jugendliche Oma ( Ursula-Maria Rehm) verblüfft mit Breakdance und Samba. Und ein feiger Jäger hat keine Lust, sich mit dem Wolf anzulegen – das tun dann die mutigen Hasen nach einer Protest-Demo. Viele witzige Regie-Einfälle machen auch den Erwachsenen diebisches Vergnügen, und die Rocksongs (mit Arrangeur Michael Armann in Chaplin-Maske am Piano und Gitarrist Uli Graner als Blues-Brother-Elroy) reißen die Kinder mit. - (AZ, Gabriella Lorenz - 28.03.08)